Zur Geschichte der Kolvenburg

Wie die meisten Burgen ist auch die Kolvenburg in Billerbeck nicht ein Bau aus einem Guss. Im heutigen Bau stecken Reste aus einer Platzummauerung, eines Turmes und eines Zwei-Raum-Hauses. Im Jahr 1735 standen außer dem Wohnhaus noch ein Bauhaus, ein Schuppen und ein Torhaus.

Die Kolvenburg ist charakteristisch für die früher zahlreichen Wohnsitze des niederen Adels. Nach neueren Forschungen heißt die Burg erst seit dem 16. Jh. "Kolvenburg", vorher wurde sie "Voetshues" und "Burg Overwater" genannt. Die Burg nutzte das tief vermoorte Bett der Berkel als Schutz im Norden. Die Burganlage bestand aus einem Burghügel und einem von Wasser umflossenen Platz. Um beide zogen sich mehrere Gräben und Wälle. Die Erbauer der Kolvenburg waren Ritter aus der Familie von Billerbeck. Um 1300 kamen die später namengebenden Kolve hierher. Es folgten als Burgbesitzer u.a. die von Halthausen, die Voet, von Münster, von Oer und von Romberg. Seit dem 16. Jh. wurde das Gebäude nur noch selten vom Adel besucht. Verwalter und Mieter bewohnten es.

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In den Jahren 1958 bis 1976 wurde die Kolvenburg in mehreren Bauabschnitten vom Kreis Coesfeld mit einem Kostenaufwand von rund 1 Mio. Mark restauriert. Baugeschichtliche Untersuchungen liefen parallel zur Restaurierung. Als Ziel galt die Wiederherstellung des Bauzustandes aus der letzten Bauperiode Ende des 16. Jahrhunderts. Wohl nie ganz fertiggestellt, blieb die Burg fast 400 Jahre unverändert. Bei der Restaurierung wurde besonders darauf geachtet, dass alle Bauspuren sichtbar blieben und so die nicht ganz einfache Baugeschichte des Hauses ablesbar ist. Man glaubt, zehn Bauabschnitte feststellen zu können.

Die Burg ist somit ein Museum an sich. Als eine besondere Sehenswürdigkeit gilt der in handwerklicher Qualitätsarbeit hergestellte mittelalterliche Eichendachstuhl, ein doppelseitiges Krüppelwalmdach. Die Restaurierungsarbeiten konnten 1976 abgeschlossen werden.

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